Das kann ja nicht war sein, schon wieder Stromausfall, wenn ich am Rechner sitze! Zumindest weiss ich jetzt, dass mein zwischengeschalteter Akku nicht funktioniert.
Am Montag habe ich Kofi zum Flughafen begleitet, wo er einen Gast seiner Schwester – sie vermietet auch Räume ihres wesentlich größeren Hauses – abholen wollte. Allerdings wusste er nur, dass es sich um einen Deutschen handelt, der schlecht englisch kann, und für die nächsten drei Wochen in Ghana bleiben will. Außerdem zeigte mir Kofi einen Zettel, wo den Namen, soweit er ihn verstanden hatte, aufgeschrieben hatte. Nun ja, unabhängig von Kofis' Schrift, sah es für mich jedenfalls sehr nach Aleksejai Schida Epiie oder so aus. In der Annahme, dass es sich wohl um einen Deutsch-Russen handeln müsste, kramte ich also in meinem Hinterkopf nach lang nicht mehr gebrauchten Russichvokabeln, während wir mit dem Taxi zum Flughafen fuhren. Nach einem kleinen Zwischenstop an der Tankstelle, der sich etwas verlängerte, da das Taxi nicht mehr anspringen wollte, reihten wir uns am Flughafen in die wartende Menschenmenge ein.
Passagiere kamen und gingen, und der Strom neu ankommender Gäste versiegte immer mehr und mehr, ohne dass wir denjenigen getroffen haben. Langsam wurde ich ungeduldig, und auch Kofi zeigte erste Anzeichen von Nervosität. Plötzlich klingelte das Handy und mit einiger Erleichterung stellten wir fest, dass es sich um den Gast handelt. Nachdem wir uns umblickten und auch durch winken mit der Hand auf uns aufmerksam machten, haben wir ihn dann endlich gefunden! Anschließend wurde uns aber auch klar, dass wir gleich mehrere Fehler gemacht hatten:
Zwar handelte es sich wirklich um einen Deutschen. Allerdings heißt er Maximilian Schneider Epi (-irgendwas, schon wieder vergessen), berlinert etwas mehr und...ist schwarz! Damit hatte ich ehrlich gesagt nun gar nicht gerechnet, da er im Vorfeld gar nichts drüber gesagt hat. Ich weiß, einige mögen denken, warum auch, aber für mich ist ein Deutscher ohne weiteren Zusatz erstmal weiß, jedenfalls, wenn ich auf dem Flughafen auf ihn warte!
Anschließend ging es zur Schwester, wo Epi, wie er genannt wird, sein zimmer bekam und gleich instruiert wurde, keine Mädel aus der unmittelbaren Nachbarschaft mitzunehmen, Kondome zu benutzen, und diese nicht ins Klo zu spülen habe. :) Ansonsten war die Schwester aber sehr nett, wobei die Hausarbeit von einem angestellten komplett erledigt wird, der auch im Haus wohnt.
Lustigerweise hatte Epi bereits in Deutschland im Internet ein Mädel aus Ghana, aber Liberianerin, kennengelernt. Diese ließ es sich dann nicht nehmen, noch um ein Uhr nachts vorbeizukommen, wo sie erstmal von der Schwester inspiziert und für im Moment „gut“ befunden wurde. Ihr wisst ja von dem gesunden Mißtrauen der Ghanaer Liberianern und Nigerianern (im besonderen) gegenüber, wobei letzteres vielleicht begründet sein mag. Wer weiß... Soweit ich weiß, blieb sie dann auch über Nacht. ;)
Heute hole ich nun selbst jemanden vom Flughafen ab. Und zwar handelt es sich dabei um Sören, den neuen Praktikanten. Aber wenigstens habe ich ein Foto! Er kommt gegen Mittag an, so dass ich den Fahrer der GTZ RMS nehmen kann, was sich ganz gut trifft. Denn heute muss ich in den vielzitierten Compound umziehen, da Kofi einen Stammgast erwartet, der in meinem Zimmer (das größere) für die nächsten Wochen bleibt. :( So kann ich gleich mein Gepäck nach einem kleinen Umweg über Kofi's Haus mitnehmen. Und habe wieder Taxigeld gespart! ;)
Mal sehen, wie es ich im Compound so lebt?!
Bis denn































